Stammeslager 2026

Am 03. Juni machte sich unser Stamm unter dem Motto „YabbaDabbaDoo!“, dem ikonischen Ruf aus der Fernsehserie „Familie Feuerstein“ oder auch „The Flintstones“, zum diesjährigen Stammeslager auf. Unsere Zeitreise zurück in die Steinzeit führte uns nach Jägerburg, wo wir am Mittwochabend ankamen, wie üblich unser Lager aufschlugen und es uns gemütlich machten. Auch wenn wir dieses Jahr mit 22 Leuten keine besonders große Gruppe waren, waren wir doch eine kleine, feine, motivierte Truppe.

Am nächsten Morgen starteten wir ausgeschlafen und voller Vorfreude in den Tag, der verschiedene Workshops für uns bereithielt. Getreu unserem Lagermotto hatten wir Feuersteine dabei, die sich nicht nur zum Funkenschlagen eigneten, sondern durch geschicktes Zerschlagen und Bearbeiten auch zu messerscharfen Pfeilspitzen geformt werden konnten. Dies war allerdings eine zeitaufwendige Arbeit, deren Erfolg von sehr viel Glück und Geschick abhing. Zum Glück waren wir nicht auf den Erfolg angewiesen und konnten uns schon mit kleinen, dafür aber rasiermesserscharfen Splittern zufriedengeben. In einem anderen Workshop bereiteten wir die Waffen für Jugger vor, welches wir am nächsten Tag spielen wollten. Andere wiederum beschäftigten sich mit der Herstellung von Birkenpech, einem höchst interessanten Steinzeitkleber. Für die Herstellung braucht es zwei gestapelte Blechdosen, in die obere kommt ein Loch am Boden und sie wird bis zum Rand mit Birkenrinde gefüllt. Die untere Dose dient als Auffangbehälter und wird unter die andere Dose gestellt. Die Dosen werden rundherum luftdicht mit Schlamm abgedichtet und darauf ein großes heißes Feuer angefacht.Dadurch pyrolysiert die Birkenrinde im Inneren und die entstehende Flüssigkeit tropft aus der oberen in die untere Dose. Das erstaunliche ist, dass dieses komplexe Verfahren nachweislich schon in der Steinzeit praktiziert wurde. Nach ein paar Stunden kann man die Dosen ausbuddeln und YabbaDabbaDoo! Man hat Birkenpech! Dieses wird jedoch noch eingekocht, bis es eine zähe Masse ist – eine furchtbar stinkende Angelegenheit. Aber es lohnt sich, denn als Ergebnis erhält man einen ziemlich guten Kleber, der sich nebenbei auch nur mit sehr viel Schrubben wieder von den Händen abwaschen lässt. Und so konnten beispielsweise die Pfeilspitzen an Stöcken befestigt werden, um kleine Speere zu basteln, aber wehe dem, der seinen Stock in der Sonne liegen ließ. Dann wurde der Kleber nämlich wieder flüssig, lief weg und die Arbeit war umsonst.
Der nächste Tag war geprägt von einem verregneten Vormittag, der hauptsächlich zum Schnitzen genutzt wurde. Als sich am Nachmittag dann endlich eine Regenpause abzeichnete, wurde Jugger eingeläutet, ein Spiel, das wir auf dem Lager letztes Jahr zum ersten Mal gespielt hatten. Zwei Mannschaften, die aus „Kriegern“ und je einem Läufer bestehen, haben das Ziel, einen Schatz, alias Ball, ins gegnerische Tor zu bringen. Die Krieger versuchen den Läufer mit ihren Waffen (Schwert und Schild oder ein Softball an einem langen Seil) daran zu hindern. Ein äußerst lustiges und auspowerndes Spiel, das allen sehr viel Spaß machte. Abends versammelten wir uns am Lagerfeuer, um im warmen Schein der Flammen Gottesdienst zu feiern. Manfred Heitz als unser Kurat hatte einen sehr schönen, thematisch passenden Gottesdienst vorbereitet, den alle sehr gerne mitfeierten.

Am nächsten Morgen teilten wir uns auf. Während die Älteren einen kleinen Hike machten, schnitzten die Jüngeren mit großer Begeisterung Löffel, was erstaunlich gut klappte und ein paar schöne Exemplare hervorbrachte. Am Nachmittag vereinten wir uns wieder und veranstalteten eine Steinzeitolympiade mit Stationen wie Dosenwerfen, selbstgebautem Krocket, Weitwurf und dem Bau einer Murmelbahn. Bei allen Stationen wurde auf kreativste Weisen versucht, die Methoden undZeiten der anderen zu toppen und gegen sie zu gewinnen. Abends wurde die Gewinnermannschaft dann ausgiebig am Lagerfeuer gefeiert und mit allerlei Leckereien ließen wir den Tag ausklingen.

Am Sonntagmorgen galt es dann wie immer, mit vereinten Kräften das Lager abzubauen und die Rückfahrt anzutreten. Und so blicken wir auf ein schönes und gelungenes Lager zurück, das allen sehr viel Spaß bereitet hat. Zudem dürfen wir uns dieses Jahr noch auf das Diözesanlager „Ubuntu – Speyrisch anders“ freuen. Aber was greif‘ ich vorweg, ihr werdet sicher davon hören. Gut Pfad!