Diözesanlager UBUNTU

UBUNTU – Ich bin, weil wir sind!

Unter diesem Motto fand 13 Jahre nach Zerzura wieder ein Diözesanlager statt und so machte sich auch eine kleine Gruppe aus unserem Stamm gemeinsam mit circa 670 anderen Pfadis aus der ganzen Diözese am Samstag, den 25.07., auf nach Königsdorf bei München. Zunächst ging es für uns nach Maxdorf, von wo wir zusammen mit dem dortigen Stamm mit dem Bus Richtung München fuhren. Und die ersten Geschichten entstanden auch gleich mal auf der Busfahrt. Mit rasanten Fahrmanövern und dem ein oder anderen Umweg, der uns durch eigentlich zu niedrige Brücken führte, die nur mit Millimeterarbeit durchfahren werden konnten, wurde es uns nicht langweilig. In Königsdorf angekommen, wurde uns an der Anmeldung erstmal unser Lagerplatz zugewiesen und wir bauten unsere Jurte auf. Das Wetter war gigantisch, die Sonne schien und es war einfach nur heiß. Und so führte uns der erste Gang zu einer der Wasserstellen, die extra auf dem Platz eingerichtet wurden. Auch die ersten altbekannten Gesichter aus anderen Stämmen, die wir schon länger nicht mehr gesehen hatten, tauchten auf und die Wiedersehensfreude war groß. Bis zum Abendessen war der ganze Lagerplatz mit unzähligen Jurten und Zelten gefüllt.

Nach dem Abendessen erwartete uns auf der Wiese vor der großen Bühne die erste „Lagerlage“ – eine an die Tagesschau angelehnte, live moderierte, Nachrichtensendung, die von da an jeden Abend stattfand. Neben dem gemeinsamen Singen des Mottoliedes, einem kurzen Tagesrückblick mit Bildern, Ankündigungen für den nächsten Tag und dem Wetterbericht wurde das Programm immer von einer Werbepause unterbrochen, in der beispielsweise für Sonnencreme oder Wasser geworben wurde, um alle auf lustige Weise ans Eincremen und ausreichendes Trinken zu erinnern. Nach der Lagerlage klang der Abend entweder am Lagerfeuer oder in „Omis Gartenstüble“ aus – einer Bar für Jung und Alt, die von Pfadis aus der Diözese Freiburg betrieben wurde.

Der nächste Tag galt ganz den Stämmen. Jeder Stamm hatte sich etwas überlegt, was den eigenen Stamm prägt, und präsentierte dies. So kamen alle Stämme miteinander in Kontakt. Wir von St. Albert machten dabei auf die verschiedensten Weisen Feuer – ganz nach dem Motto unseres diesjährigen Stammeslagers, bei dem wir in die Steinzeit zurückgereist waren. Ob mit einem Magnesiumstab, Feuersteinen oder mit Holz gebohrt – immer wieder rauchte es irgendwo und flammte auf und die ersten neuen Kontakte waren dabei auch geknüpft.

Der Montag und Dienstag waren Stufenzeiten, die von der Diözese und den jeweiligen AKs vorbereitet waren. Die Pfadi-Stufe baute beispielsweise Schwedenstühle, batikte Pfadfinder-Halstücher und baute mit Baumstämmen dreibeinige Konstruktionen für ihre Hängematten. Einer dieser Hängematten-Dreibeine wurde anschließend unter dem Kommando eines sehr kreativen und vor Tatendrang sprudelnden „Baumeisters“ (ein kleiner Jupfi aus einem anderen Stamm) zum Pfadi-Louvre erweitert – drei Dreibeine im Dreieck mit einem weiteren Dreibein in der Mitte als Spitze. Keine ganz leichte Aufgabe bei dem Gewicht der Baumstämme, aber gemeinsam schafften wir es und die Erwartungen unseres „Baumeisters“ wurden sogar übertroffen.

Am Mittwoch war wieder Zeit für die Stämme und so machten wir uns zeitig auf nach München in die Stadt und verbrachten dort einen tollen Tag. Da sich die Sonne auch hier wieder von ihrer besten Seite zeigte und es irgendwann einfach zu warm wurde, liefen wir zum Eisbach und zur berühmten Eisbachwelle der Surfer im Englischen Garten. Dort war super viel los, da sich die halbe Stadt nach einer Abkühlung sehnte. Und so sprangen auch wir entweder nur mit den Füßen oder komplett insWasser. Aber da auch dieser Tag irgendwann zu Ende ging, mussten wir nach einem guten Essen wieder zum Lagerplatz im Nichts zurückkommen. Und wie das mit der Deutschen Bahn eben mal so ist, funktionierte das natürlich nicht ganz reibungslos, sodass es viel später als geplant wurde und auch nur auf Umwegen gelang. Pünktlich zur Lagerlage und zum anschließenden Gottesdienst waren aber alle wieder auf dem Platz.

Donnerstags wurden die verschiedensten Workshops angeboten, sodass alle etwas machen konnten, worauf sie Lust hatten – ob Siebdruck, Batiken, Brotbacken im Steinofen, Schlüsselanhänger aus Leder mit Brandmotiven, Erlebniswandern, Kistenklettern, … um nur ein paar Möglichkeiten zu nennen. Ein in unserem Stamm sehr beliebtes Angebot war zwar kein Workshop im eigentlichen Sinn, gehört aber doch zu jedem Lager dazu – Küchendienst. Der Dienst beschränkte sich jedoch lediglich auf die Essensausgabe, die aber zum Teil auch schon eine kleine Herausforderung darstellte. Schließlich hatten ja gut 670 Leute gleichzeitig Hunger und wollten möglichst schnell drankommen. Zusammen mit BoRo (Stamm St. Laurentius aus Bobenheim-Roxheim) legten wir aber eine tolle Zusammenarbeit hin und hatten dabei sogar so viel Spaß, dass wir das freiwillig noch ein paarmal übernahmen.

Der nächste Tag begann mit einem internationalen Vormittag. Neben einigen Pfadis aus Irland waren auch zehn Pfadis aus Bolivien auf Ubuntu dabei. Seit vielen Jahren besteht eine besondere internationale Partnerschaft zwischen der DPSG Speyer und der Asociación de Scouts de Bolivia im Distrikt Tarija. Beide Gruppen stellten in Workshops jeweils landestypische (Pfadi‑) Traditionen vor und luden zum Mitmachen und Ausprobieren ein. So konnte man beispielsweise bei den BolivianerInnen Panflöte spielen, Freundschaftsarmbänder knüpfen, ein Kreiselspiel spielen, das ein bisschen Geschick erforderte, und auch zwei Tänze wurden gemeinsam getanzt. Auch Freundschaftsaufnäher gab es dort und solange der Vorrat reichte, konnten auch Halstücher getauscht werden. Den ein oder anderen Austausch über die verschiedensten Themen gab es natürlich auch.

Nach dem Mittagessen gab es dann ein Großgruppenspiel mit allen. In stammesübergreifende Gruppen aufgeteilt mussten an den verschiedensten Stationen Puzzleteile erspielt werden, die zusammen das Lagerabzeichen ergaben. Abends gab es dann zur Abwechslung den ersten leichten Regen, den alle zusammen im Essenzelt abwarteten. So wurde kurzerhand die Lagerlage ins Zelt verlegt und nach dem anschließenden Vortrag eines Pfadfinders, der um die Welt gereist ist und viele Pfadfinder in den verschiedensten Ländern besucht hat, war der Regen auch wieder vorbei. Der Abend klang dann wie immer in Omis Gartenstüble aus, wo es diesmal eine Open Stage gab. Und so durfte jede und jeder einen Beitrag leisten – es war ein sehr lustiger Abend!

Am Samstag war dann auch schon der letzte volle Lagertag, der teilweise aber schon im Zeichen des Abbaus stand und so wurde alles, was für die letzte Nacht nicht mehr benötigt wurde, schon zusammenpackt. Auch der ein oder andere Workshop fand nochmal statt. Highlight war aber das von den Stämmen selbstorganisierte Volleyballturnier. Leider schaffte es unser Stamm nicht bis ins Finale, aber wir kamen weiter als gedacht – Spaß machte es allemal! Nach dem Abendessen brach die letzte Nacht mit einem heftigen Regenschauer an, bei dem sich alle schnell irgendwo unterstellten. Danach aber war es so matschig, dass die irischen Pfadfinder kurzerhand eine Matschrutschbahn aus Zeltplanen aufbauten und eine wilde Rutschparty stattfand. Nach der Lagerlage trat eine Live-Band auf, da war nochmal richtig Stimmung auf dem Platz!

Am Sonntag stand dann der unbeliebte Abbau der Zelte an. Am liebsten wären alle noch geblieben. Nur ein Gutes hatte die Heimfahrt – wir ließen endlich die Wespen hinter uns, die uns das ganze Lager über geärgert haben. Über 250 Wespenstiche nebst einer hohen Dunkelziffer gab es auf dem Lager, die alle von den Sanis mit knapp 1 kg Fenistil versorgt wurden. Auf der Heimfahrt waren alle recht müde und fingen schonmal an, den fehlenden Schlaf der Woche nachzuholen. Und so ging ein besonderes und unvergessliches Diözesanlager zu Ende, an das wir uns noch lange erinnern werden!

Gut Pfad!